Die Beliebtheit von Wolle
Wolle ist eines der ältesten Materialien, die der Mensch zur Herstellung von Kleidung verwendet. Rund viertausend Jahre vor unserer Zeitrechnung entdeckte man, dass die Wolle eines Schafs besondere Eigenschaften besitzt. So hält sie einen nicht nur im Winter warm, sondern im Sommer auch kühl. Das liegt daran, dass es sich um ein atmungsaktives Material handelt, das für eine natürliche Belüftung sorgt. Außerdem nimmt sie Feuchtigkeit gut auf, ohne sie lange zu speichern. Dadurch bleibt Wollkleidung leicht. Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Schafrassen mit jeweils einzigartigem Vlies gezüchtet. Die berühmteste und begehrteste ist die Merinowolle des gleichnamigen Merinoschafs.
Sticht oder juckt Merinowolle?
Nein, Merinowolle ist im Gegenteil überraschend weich und komfortabel. Das liegt daran, dass die Fasern viel feiner sind als bei herkömmlicher Wolle, sodass sie nachgeben, statt zu kratzen. Außerdem ist Merino von Natur aus hypoallergen und verursacht nur selten Irritationen. Dadurch eignen sich Kleidungsstücke aus Merinowolle, um sie direkt auf der Haut zu tragen.
Ist Merinowolle warm?
Ja, Merinowolle ist überraschend warm, ohne schwer oder dick zu wirken. Die feinen Fasern bilden kleine Luftkammern, die deine Körperwärme speichern. So bleibst du schön warm, selbst bei niedrigen Temperaturen. Das Besondere an Merinowolle ist, dass sie zugleich atmungsaktiv und temperaturregulierend ist. Du bleibst also warm, ohne zu überhitzen. Ideal für ein Lagen-Outfit oder als Basisschicht unter deinem Outfit.
Das ganze Jahr über stilvoll mit Merinowolle
Wolle reagiert auf deine Körpertemperatur (genau wie beim Schaf) und lässt sich daher problemlos das ganze Jahr über tragen. Außerdem hat Wolle natürliche Eigenschaften, die schädliche UV-Strahlung absorbieren und sogar Feuer verlangsamen (Letzteres solltest du allerdings besser nicht ausprobieren). Ideal also, wenn du beim Wintersport auf den verschneiten Pisten stehst. Beim Après-Ski begegnen dir daher regelmäßig Herrenpullover aus Merinowolle, vor allem solche mit Half-Zip-Kragen. Ein Rollkragenpullover oder Pullover aus Merinowolle eignet sich eher, wenn du einen edlen Eindruck machen möchtest, zum Beispiel bei einem Essen oder einem Abend aus. Ein Pullover aus Lammwolle wirkt dicker und rauer.
Was sind die Nachteile von Merinowolle?
Merinowolle hat viele Vorteile, aber es gibt auch einige Dinge zu beachten. Zunächst einmal ist sie etwas empfindlicher als andere Wollarten. Durch die feinen Fasern nutzt sie sich bei intensivem Gebrauch schneller ab, vor allem an Stellen, an denen Reibung entsteht, wie an den Ellenbogen und Achseln. Wie andere Wollarten kannst du Merinowolle nicht einfach im Standardprogramm in die Waschmaschine geben. Außerdem ist Merinowolle in der Regel etwas teurer. Du zahlst mehr, bekommst dafür aber Komfort und Qualität.
Läuft Merinowolle schnell ein?
Nur, wenn du sie falsch wäschst. Die Fasern von Merinowolle sind von Natur aus empfindlich gegenüber Hitze, Reibung und großen Temperaturunterschieden. Gibst du ein Kleidungsstück aus Merinowolle in ein heißes Waschprogramm oder in den Trockner? Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es einläuft oder verfilzt. Wähle daher immer ein Wollwaschprogramm (kalt oder maximal 30 °C), verwende ein mildes Waschmittel und lasse das Teil liegend trocknen. So behält es seine Form und bleibt herrlich weich.